[DIY] Pimp my IKEA EKET Schrank

Seit Ewigkeiten wollte ich auch mal ein IKEA Regal verschönern. Die IKEA EKET Serie* gehört zu den flexiblen Systemen, welche man beliebig kombinieren kann, in vielen Farben erhältlich ist und unterschiedlichen Tiefen gibt. Ich hatte lange Zeit Im Wohnzimmer eine Ecke, wo zuletzt lediglich eine Pflanze stand. Hat mir einige Monate gefallen, wurde aber irgendwann langweilig. So wollte ich dort ein kleines und flaches Regal oder einen Schrank stehen haben, welches idealerweise nicht sehr tief sein durfte. Da die Tür vom Flur genau zu dieser Seite hin aufgeht, durfte es nicht zu sehr in den Raum herein reichen (sonst würde der Glasteil der Tür dort die ganze zeit anstoßen, was nicht zielführend gewesen wäre). So entdeckte ich vor einige Monaten die EKET Serie bei IKEA und wurde fündig.

 

IKEA EKET

 

Nachdem ich nun bereits einige Regalsysteme / Schränke / Kommoden aus der X-Factory Reihe von KARE besitze, habe ich eine Vorliebe für Standfüße entwickelt. So hat man immer einen gewissen Abstand vom Boden und es lässt sich leichter putzen (bzw. kann sich Staub drunter ansammeln 😉 ). So war ich also erfreut, dass es für die EKET Serie auch optional ein Schrankunterteil gibt. Was ich allerdings nicht verstanden habe ist, dass man sich dieses aufschreiben lassen muss vom Verkäufer und bei der Möbelausgabe bekommt. War eine Erfahrung für ein solch kleines Teil dort anzustehen. Meiner Meinung nach wertet es allein dadurch schon den Schrank deutlich auf.

 

Meine Basis besteht daher aus:

 

 

Die Türen öffnen sich durch Drücken und aus irgendeinem Grund will die rechte Tür nicht auf Anhieb schließen, so dass ich meist 2-3 Anläufe brauche. Ist definitiv ein Luxusproblem, aber nervte mich auf Dauer. So habe ich eine Weile überlegt, wie ich dieses Problem lösen könnte. Da stand ich letzte Woche im Baumarkt und hatte auf einmal eine Eingebung. Warum nicht einfach Griffe an den Türen anbringen? Gesagt getan und ich stand vor dem Regal. Gar nicht so einfach sich zu entscheiden für etwas, an was ich mich nicht sattsehen würde und auch zum Rest der Einrichtung passen würde.

Die Farbbezeichnung nennt sich Antik brüniert und exakt meine Variante habe ich im Online Shop nicht gefunden, aber diese Möbelgriffe oder auch diese Variante* kommen dem Ganzen schon sehr nahe. Ein Set passender Holzbohrer kam auch gleich mit (hier habe ich geschätzt welchen Durchmesser ich brauchen würde und gleich ein Set genommen, falls ich zukünftig noch weitere Experimente wagen würde). Nachdem ich in letzter Zeit eine ganze Menge DIY Videos geschaut hatte, wurde zum Bohren oft Tape um die entsprechende Stelle herum geklebt, damit man nicht verrutscht. Erfreulicherweise hatte ich so etwas bereits daheim.

 

Werkzeug:

 

Werkzeug.jpg

 

Vorgehensweise:

Meine Überlegung war, dass ich von innen heraus nach außen das Loch bohren wollte (umgekehrt hat sich als sinnvoller erwiesen). Ich habe daher den Griff von innen dort angehalten, wo ich ihn später angebracht haben wollte. Dort entsprechend eine Markierung aufgemalt und dann mit Tape drum rum geklebt.

 

Schritt-1.jpg

 

Mein kleiner Akkuschrauber hat die Sache zwar hinbekommen, allerdings hat es pro Loch doch eine ganze Weile gedauert. Ich war auch überrascht, wie stabil die Tür doch war. So kam ich ganz schön ins Schwitzen beim ersten Loch und musste auch zwischendurch immer kurze Pausen einlegen, da es ganz schon heiß im Bohrloch wurde und wenn es qualmt, dann lieber abkühlen lassen 🙂 Wer daheim ordentliches Werkzeug hat, bekommt es sicherlich auch effizienter hin. Da das einbauen der Türen damals etwas schwieriger war (oder ich mich einfach zu ungeschickt angestellt hatte), wollte ich das Loch auch im aufgebauten Zustand bohren. Ebenfalls habe ich nach den ersten Millimetern den Griff angehalten um noch einmal zu prüfen, ob meine Markierung auch wirklich passt (auch wenn es auf dem Foto nicht danach aussieht, es hat gepasst 🙂 ). Hier lässt sich jetzt noch nachkorrigieren. Auch habe ich gelernt, dass von außen nach innen bohren die bessere Herangehensweise ist. Die Beschichtung auf dem Holz sieht danach nämlich nicht mehr so schön aus. Die “Fetzen” habe ich mit einer Zange allerdings recht gut weggeschnitten bekommen. Erfreulicherweise hat der Griff dann auch fast alles davon später abgedeckt.

 

Bohrloch-außen.jpg

 

Bohrloch-innen.jpg

 

Kontrolle.jpg

 

Danach habe ich den Griff von außen einmal angeschraubt und erfreulicherweise hat er auch von der Außenseite her gepasst. Hat also gezeigt, dass ich ein Loch auch gerade bohren kann 🙂 Danach habe ich den Griff wieder entfernt und versucht die Abstände auf der linken Tür auf die rechte Tür zu übertragen. Ich hatte ja gelernt, dass von außen nach innen das Bohrloch besser ausfallen würde.

 

Griff-links.jpg

 

Griff-links-2.jpg

 

Hier ist es wirklich wichtig genau die Abstände abzumessen. Ansonsten sind die Griffe später nicht 100% parallel, was ja keiner als Ergebnis haben will. Ich habe den Bohrer vorsichtig angesetzt und ca. 1-2mm gebohrt nur um dann noch einmal zu kontrollieren, ob ich ggf. minimal nachkorrigieren muss. Sofern ihr ebenfalls Griffe wie ich verwendet, könnt ihr damit das Bohrloch halbwegs überdecken, wenn ihr z.B. einen halben Millimeter korrigieren müsst. Dafür sollte man sich die Zeit auch wirklich nehmen. Ich will er erfahrungsgemäß gern schnell haben und meine, dass beide Griffe nicht 100% parallel sind, aber wahrscheinlich sehe das nur ich so.

 

Griff-rechts.jpg

 

beide Griffe

 

So schaut das ganze dann hinterher aus. Optisch wirkt nun die Front auf mich nicht mehr ganz so “nackig” und es ist sicherlich eine kleine Veränderung mit “großer” Wirkung. Was ich allerdings unterschätzt hatte war, wie lange ich tatsächlich für diese 4 Bohrlöcher brauchen würde. Dass der Bohrer so heiß werden würde und natürlich auch noch mein Akku zwischendurch leer ging, hat mich für diese doch recht simple Tätigkeit ca. 1h brauchen lassen.

 

Ergebnis

 



Sicherlich kein  riesiges aufwendiges Projekt, aber für das erste Mal war es für mich definitiv eine Lernkurve. Ich bin stolz auf meine kleine Veränderung und starre momentan die ganze Zeit ins Eck und bestaune mein Ergebnis. Von den Kosten her sehr überschaubar (sofern ihr nicht erst noch Bohrer kaufen müsst) und die meisten dürften bis auf die Griffe alles daheim haben. Zu Zweit geht’s sicherlich auch schneller, allerdings hatte ich diese Option nicht 🙂 Nach meinem ersten erfolgreichen kleinen DIY habe ich jetzt definitiv Bock auf mehr bekommen und werde mal schauen, was mir sonst noch alles so einfällt. Ich habe wochenlang massig Videos solcher Art konsumiert und lasst euch überraschen, was ich noch alles ausprobieren werde.

 

 

Transparenz

4 thoughts on “[DIY] Pimp my IKEA EKET Schrank

  1. Das sieht doch klasse aus und hat Dein Problem gelöst 🙂 Ich bin handwerklich eine absolute NULL, selbst so kleine Dinge kann ich nicht und traue mich auch nicht. Ich hätte sicher Riesenlöcher gebohrt und den ganzen Schrank verhunzt – sowas ist so gar nicht meine Welt, deswegen lasse ich die Finger davon. Liebe Grüße und einen schönen 2. Advent 🙂

    1. Zum Glück bin ich handwerklich tatsächlich fähig viele Dinge hinzubekommen 🙂 Könnte auch einfach daran liegen, dass ich mich allein mit Dingen halt beschäftigen musste. Sonst machts halt keiner.
      Es wird allerdings wie mit vielen anderen Dingen sein. Übungs machts 🙂
      Dir auch einen schönen 2. Advent.

  2. Ja, das glaube ich Dir sofort 🙂 Würde mich das Thema an sich mehr interessieren, wäre ich wahrscheinlich auch jemand, der gerne Erfahrungen sammelt und übt. Ich kriege jedoch schon zuviel, wenn Ikea-Möbel zusammengebaut werden müssen und bin einmal mehr dankbar, dass mein Freund sowas richtig gut kann (soll ja auch Männer geben, die das nicht beherrschen), zwar mit gaaanz viel Gefluche, aber hinterher ist alles fein 🙂 Bald ist es wieder soweit, mir graust es schon^^

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