sportmuffelnomore Joggen

#sportmuffelnomore – Eine Einführung

So langsam aber sicher komme ich in ein Alter, wo die Schwerkraft anfängt gemein zuzuschlagen und eben nicht mehr alles so frisch und knackig aussieht, wie ich das gern hätte. Es hat mich ehrlich gesagt in den letzten Jahren recht wenig gestört, da ich beim Blick in den Blick jetzt nicht unbedingt in Begeisterung ausgebrochen bin, aber zu Heulen angefangen habe ich auch nicht. Klar musste ich mich davon verabschieden, dass ich nicht mehr in die Kleidergröße 36 schaffe, aber es ist ja nicht so, dass die 38 jetzt was Schlimmes wäre. Völlig im Rahmen und nicht minder sexy. Finde ich zumindest. Ich konnte also problemlos behaupten, dass ich voll und ganz mit mir zufrieden war. Ich vertrete diesbezüglich die Einstellung, dass man nur selbst das Recht dazu hat an sich Kritik auszuüben. Alles andere nenne ich Empfehlungen. Denn am Ende des Tages kann nur ich selber dafür sogen etwas ändern zu wollen oder eben auch nicht. Wer mir aktiv auf vor allem Instagram und Snapchat folgt dürfte mitbekommen haben, dass sich daran in den letzten Monaten etwas geändert hat. Warum dem so ist und was ich seit Juli letzten Jahres alles gelernt habe, möchte ich euch in einer neuen Reihe bei mir berichten. Ich habe sie einfach mal kreativ wie ich bin sportmuffelnomore genannt. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich dabei begleitet und mir dabei fleißig Input liefert. Sollte euch mein Weg und die Erfahrungen interessieren, dann seid willkommen zu meiner Einführungsrunde.

 

sportmuffelnomore Joggen

Das eine ist das Gewicht und die Kleidergröße, dass andere nennt sich das Fitness, bzw. wie fit man sich fühlt. Der ein- oder andere Sprint von der U-Bahn zum Bus hat durchaus dazu geführt, dass ich kurz vor der Atemnot war und befürchten musste zusammen zu brechen. Ich übertreibe an dieser Stelle sicherlich, aber eine wirklich gute Figur mache ich dabei definitiv nicht 😉  Dass es mich so ein kleines bisschen gestört hat kann ich an dieser Stelle durchaus zugeben. Sicherlich nur eine Kleinigkeit, aber auf jeden Fall etwas, dass mir in Erinnerung geblieben ist. Darüber hinaus ist mir auch aufgefallen, dass ich mit Einkäufen und dem Dachgeschoß so meine Herausforderung habe. An manchen Tagen klappt das ganze ganz gut und an anderen Tagen schleppe ich mich förmlich Stufe für Stufe hoch bis vor die Wohnungstür. Sicherlich noch immer kein Drama, aber auch diese Herausforderung ist immer wieder präsent gewesen.

 

In jungen Jahren war ich tatsächlich sehr sportlich. Zu Schulzeiten war ich bei jeder Sportveranstaltung am Start (habe sogar mal einen dritten Platz in irgendeinem nationalen Wettbewerb gewonnen) und war wirklich gut in einer ganzen Menge an Disziplinen. Staffellauf, Sprint, Weitsprung und Hochsprung waren meine persönlichen Favoriten. Mit 15 habe ich auch in der Regionalliga Volleyball gespielt. Nicht besonders erfolgreich, aber ich war halt damals großer Fan von Mila und wollte es ihr unbedingt nachmachen 🙂 Dass viele der Techniken damals völlig unrealistisch waren interessierte mich herzlich wenig. Es hat Spaß gemacht und ich war viel in Bewegung. Dieses war für mich das Wichtigste.

 

Meine Ausbildung habe ich mit 17 im Einzelhandel gemacht. Dabei dürfte ich nahezu den ganzen Tag auf den Beinen gewesen sein und die viele Bewegung hat man auch gemerkt. Zumindest optisch hatte ich überhaupt nichts an mir auszusetzen. Je enger die Kleidung umso besser (nicht unbedingt tagsüber, aber ich war abends oft mit Freunden unterwegs). Auch mein Job danach war 3 1/2 Jahre im Einzelhandel und ich blieb weiter in Bewegung. Bereits damals gab es allerdings keine sportliche Betätigung mehr. Ich war zwar schlank, aber absolut unfit. Zum damaligen Zeitpunkt wog ich 58kg bei eine Größe von 1,69m. Vor ein paar Monaten bin ich über Fotos gestolpert beim Entrümpeln und ich fand, dass ich ein echt heißer Feger war 🙂

 

Dass ich körperlich etwas tun wollte war durchaus präsent, aber meine Anmeldung im Fitnessstudio endete damit, dass ich die ersten 4 Wochen 5x da war und den Rest des Jahres mein Geld quasi zum Fenster raus geworfen habe. Einerseits lag es an meinen Arbeitszeiten (damals kam gerade diese Samstags bis 20 Uhr Thematik auf), die gut und gerne mal 6 Tage die Woche von 9-21 Uhr gingen. Da ich vor Ort wohnte, habe ich recht häufig auf- und zuschließen dürfen und mehr Personal gabs auch nicht. Sicherlich war es nicht tag täglich so, aber doch oft genug um mir die Motivation zu nehmen. Wann sollte ich denn da noch Zeit finden wirklich Sport zu treiben? Am Wochenende ging es heim zur Familie, sofern es finanziell möglich war. Ich wohnte nämlich nicht mehr daheim und hatte auch noch eine eigene Wohnung zu unterhalten. Meine Einkäufe habe ich dann auch immer heim schleppen müssen, da es für ein Auto finanziell nicht gereicht hat. Wenn man das als körperliche Betätigung werten kann, dann war es Einkäufe heimschleppen 🙂

 

Meinen Umzug nach München habe ich damals mit meinem Lebensabschnittsgefährten gemacht, welche extrem fit war und natürlich eine gewisse Motivation war, endlich wieder etwas zu tun. Also habe ich mich im Studio angemeldet, allerdings recht schnell fest gestellt, dass es einfach nichts für mich war. Ich fühlte mich dort nicht wohl. Weniger wegen dem Studio. ich mochte einfach dieses von Gerät zu Gerät hecheln nicht. Der Herr an meiner Seite ging dort nahezu täglich hin und war auch in der Ernährung extrem darauf bedacht ja nur das zu Essen, was notwendig war für Ausdauer und Kraft. Nach einer Weile fand ich das irgendwie nicht mehr so lustig, denn wenn Du quasi getrennt einkaufen gehst, jeder seinen Teil im Schrank an Lebensmitteln hat und man getrennt voneinander kocht, vergeht die Freude daran. Mir war er einfach diesbezüglich zu extrem, so dass ich wahrscheinlich innerlich eine gewisse Abneigung gegen den Sport entwickelt habe. Dafür konnte dieser nicht mal was dafür. So kann ich offen und ehrlich zugeben, dass ich außer dem Arbeitsweg und was man halt so als Fußgänger sich bewegt (ich habe noch immer kein Auto), extrem bewegungsfaul war in den letzten 10 Jahren. Klar habe ich im Spiegel die Veränderungen bemerkt, aber irgendwie war es eine Mischung aus Ignoranz und Akzeptanz. Anfang letzten Jahres war ich damit bei einem Gewicht zwischen 67 und 69kg angekommen. Da ich allerdings tendenziell auch mal fast die 70 erreicht hatte, nahm ich dieses dann doch mit Besorgnis wahr. Immerhin waren es nun ungefähr 10 Kilo mehr. Rechnerisch ca. 1kg pro Jahr. Die ein oder andere Sorgenfalte hat es mir dann doch beschert. Dabei ernähre ich mich verhältnismäßig gesund, rauche nicht und trinke auch keinen Alkohol. Wie allerdings schon zu Beginn erwähnt, werde ich allerdings auch nicht jünger.

 

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Dass ich mich sportlich betätigen wollte hatte ich zumindest im Hinterkopf. Auf vielen Blog sah ich immer mal wieder engagierte Mädels, was durchaus motivierte. Daher wurden schnell mal ein paar Hundert Euro für Sportkleidung ausgegeben. Dann hingen sie gefühlt ein halbes Jahr im Schrank rum, wo sie sich sicherlich gut machten. Im letzten Jahr dürftet ihr mitbekommen haben, dass ich mich in vielen Bereichen von Ballast getrennt habe und dazu gehörte auch mein Kleiderschrank. Deutlich reduziert starrten mich diese Kleidungsstücke an und lackten mich aus. Viel Geld hing da rum, ohne dass ich wirklich einen Nutzen davon hatte. Was mich lange davon abgehalten hat endlich etwas zu machen war unter anderem auch, dass ich keinen ordentliche Sport BH und Laufschuhe hatte. Warum ich unbedingt das Laufen und die fehlenden Dinge als Ausrede verwendete kann ich euch gar nicht so genau sagen. Wenn man sich vor Dingen drücken will, dann ist einem ja jede Ausrede recht. Im Juli hatte ich zwei Wochen Urlaub und habe weiter ausgemistet. So stand ich wieder vorm Kleiderschrank und habe mich spontan einen Freitag Nachmittag aufgemacht zur Runners Point Filiale in den Pasing Arcaden und Schuhe und Sport BH gekauft. Gleich am nächsten Tag angezogen und losgelegt. Ohne mir wirklich Gedanken dazu gemacht zu haben was er wirklich bedeutet. So war ich beim ersten Mal weder schnell noch besonders clever und alles tat mir weg. So begann dann die Geschichte, welche ich für heute beenden möchte. War ja auch so schon lang genug 🙂 Fortsetzung folgt…

 


Ich hoffe, dass dieser Roman für euch von Interesse war. Ich habe schon sehr lange vor gehabt etwas dazu zu schreiben, aber habe es immer vor mich her geschoben, da es mit dem Text einfach nicht zu flutschen wollte. Warum es diese Woche auf einmal klappte mit dem Wortfluss kann ich euch gar nicht genau sagen. Wenn diese Momente da sind, muss man sie einfach nutzen. Ich hoffe, dass ihr mich auf meinem Weg begleiten werdet.
Unterschrift

 

 

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11 Kommentare

  1. Toller Blogpost und ich freue mich schon auf mehr!
    Ich habe auch vor ca. 6 Monaten angefangen zu sporteln. Derzeit habe ich etwas einen Durchhänger, aber das ändert sich sicher wieder. Da bin ich ganz zuversichtlich.

    Wünsche dir weiterhin ganz viel Motivation und Durchhaltevermögen. 😉

    LG
    Liri

  2. Ja, mich hat Deine Geschichte sehr interessiert, denn ich finde es immer unheimlich spannend, wie andere auf einmal den Sport für sich wiederentdecken oder allgemein die Einstellung haben, dass sie mehr Bewegung brauchen.

    Bei mir war es auch so, dass ich aus beruflichen Gründen jahrelang nichts getan hatte. Immer spät abends zu Hause, am Wochenende „keine Zeit“ (zwar nachvollziehbar, aber irgendwo auch nicht, denn, wo ein Wille ist, ist auch meistens ein Weg) und wenn man mal überlegt, dass ich früher Leistungssport betrieben habe, ist das schon recht peinlich. Ich war als Jugendliche sowas, was man heute wohl einen Extremsportler nennt. Entweder stundenlang im Schwimmbad oder später jahrelang 6-8 Stunden auf dem Tennisplatz und ich war fit wie nur was. Durch einen Ortswechsel, später dann Ausbildung etc. ist der Sport ins Hintertreffen gelangt und die ersten Kilos waren natürlich auch längst auf den Hüften. Damals ging es aber noch, da ich sehr groß bin und es sich gut verteilt hat.

    In Deinem Alter rum hatte ich dann wieder eine sehr aktive Phase und habe jahrelang wirklich sehr diszipliniert Sport getrieben und bekam einiges an Gewicht wieder runter. Dann gab es eine schwere Lebenskrise, der Sport war damals das Unwichtigste überhaupt und ich bekam danach nie wieder so richtig den Arsch hoch – bis auf vor 2 Jahren. Anfangs war es eine Qual, da ich leider feststellen musste, dass nicht nur der Zahn der Zeit an einem nagt und ich bin ja deutlich älter als Du, ich bin auch richtig unbeweglich und steif geworden. Dies richtig brutal zu spüren bei selbst leichten Übungen, hat mich Schmerzen und Tränen gekostet und ich habe mich geschämt, dass ich es soweit habe kommen lassen, zumal es gerade im Alter immer wichtiger wird, sich die Beweglichkeit zu erhalten. Mittlerweile gehört Sport wieder zu meinem Leben und ich ziehe ihn gnadenlos durch, ohne jegliche Ausrede. Nur, wenn ich mich krank fühle, wird pausiert aus Vernunftsgründen, andere Gründe gibt es nicht mehr. Die Belohnung habe ich nach ein paar Monaten bekommen, denn die angesprochene Steifheit ist wieder weg. Mit Taschen (auch ich wohne unterm Dach) hoch ist kein Ding mehr, im Gegenteil, ich bin nicht mal aus der Puste.

    Mich freut es für jeden, der Sport in seinem Alltag integriert, auch, wenn man sich manchmal doch ganz schön überwinden muss. Als ich seinerzeit auf Insta die ersten Sportfotos von Dir sah, war ich zugegebenermaßen etwas irritiert, da man davon ja nie etwas las 🙂 Ich bin gespannt auf weitere Postings. LG

    1. Ausreden sich nicht körperlich zu betätigen findet jeder von usn sicherlich mehr als genug. Allerdings hat jeder 2-x die Woche zumindest ein halbe Stunde Zeit. Man muss sie sich halt einfach nur nehmen und darin liegt wahrscheinlich oft das Problem.

      Ich war sicherlich in jungen Jahren nicht so aktiv wie Du, aber eben doch aktiv und gerade deshalb ist es sehr schade, dass ich jahrelang einfach gar nichts gemacht habe. Daher hast Du meinen Respekt dafür, dass Du Dich ebenfalls wieder aufgerafft hast und auch immer dran geblieben ist. Dass es manchmal unfreiwillige Pausen gibt lässt sich nicht planen.

      Es freut mich sehr zu hören, dass Du Dich für meine Geschichte interessierst 🙂

      1. Das denke ich auch, dass man 2 x die Woche effektiv etwas tun kann. Mein derzeitiges Programm ist bedeutend länger, aber mir macht es Spaß und ich tue es freiwillig. Danke für Deinen netten Worte und ein schönes Wochenende!

  3. Ich kenne das gut. Jede Jahr ein Kilo mehr, eigentlich kein Drama, und plötzlich hat man dann Atemnot beim Treppensteigen. Bei mir kommt jetzt gerade noch die zweite Schwangerschaft dazu und nach der ersten die bittere Erkenntnis, dass ich mit 36 eben nicht ganz einfach zurück in Form springe. Also ist Sport angesagt, und wenn man ehrlich ist, fühlt man sich damit ganz unabhängig von der Kleidergröße deutlich besser.
    Bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht!

    1. Es klingt ja immer so einfach wenn sportlich aktive Menschen erzählen, dass sie nicht mehr darauf verzichten möchten und sich viel besser dadurch fühlen. Selber den Punkt zu erreichen ist auf keinen Fall einfach, aber ich kann es nun zumindest nachvollziehen. Allerdings ist es noch lange keine Selbstverständlichkeit. Der tägliche Arschtritt ist noch immer notwendig.

  4. Sehr spanned, wie sich das bei dir entwickelt hat! Ich war nie wirklich sportlich aktiv, mal abgesehen von damals mit 15 oder so ^_^
    Bei mir sammelten sich mit den Jahren auch die Pfunde und ich habe mich in meiner Kleidung unwohl gefühlt. Ich versuche auch regelmäßig Sport zu machen und finde am besten wenn man die Muskeln, bspw. an den Armen, sieht und die Kleidung besser sitzt. Ich nehme so gut wie gar nicht ab, aber eben auch nicht mehr zu, das motiviert auch etwas 🙂
    Ich freue mich mehr von dir zu lesen. Ich habe auch vor Sport auf meinem Blog zu thematisiren und notiere mir wann ich was für Sport gemacht habe um am Ende des Monats eine Übersicht zu erstellen.
    Viele Grüße, Caro

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