Küche

Vom Ausmisten und Möbel abbauen

Seit einigen Wochen ist es mal wieder so weit. Ich wurde vom “Umräum-Ausmisten- das-muss-woanders-stehen” Trieb gepackt. Wenn so eine Phase erst mal da ist, dann kann ich mich gar nicht wirklich dagegen wehren und muss sie einfach ausleben. Ich kann euch gar nicht mal genau sagen, warum sie plötzlich da ist. Ich bin ihr willenlos ergeben und muss sofort loslegen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich in den letzten Wochen mal ein Wochenende nicht damit verbracht habe Schränke auszuräumen, Möbel abzubauen und säckeweise Zeugs zu entsorgen. Daher dachte ich mir, dass es bestimmt nicht schadet euch daran teilhaben zu lassen. Natürlich habe ich mal wieder nicht daran gedacht Fotos vom Vorher-Zustand zu machen, aber mit etwas Vorstellungskraft könnt ihr vielleicht einen Eindruck davon gewinnen, wie es zuvor aussah.

 

Küche

 



 
Wenn ich an meine erste Wohnung zurück denke, dann gruselt es mich. Es war eine 24m² Einraumwohnung mit Kochnische. Ich hatte damals noch geraucht (nicht viel, aber genug), so dass ich doch sehr erschrocken darüber war, wie es hinter den Schränken und Bilderrahmen aussah, als ich im gleichen Haus 2 Stockwerke nach oben in eine 35m² Wohnung zog. Von da an hatte sich das Thema in der Wohnung Rauchen sofort erledigt 🙂 Der Gedanke, dass ich mich etwas über 1 Jahr ständig in einer verqualmten Wohnung aufgehalten habe war mehr als gruselig.

Die neue Wohnung war meine erste Dachgeschoßwohnung und seitdem haben die hohen Temperaturen und ich eine ganz eigene Beziehung zueinander 😉 Mehr Platz hieß auch mehr Möglichkeiten für Möbel. Viel Geld hatte ich zu meiner Ausbildung nicht zur Verfügung, allerdings wurde nach und nach viel freie Fläche genutzt. Was ich darin alles meinte unterbringen zu müssen weiß ich bis heute nicht. Es waren teilweise auch noch Dinge aus meinem Zimmer daheim, so dass es stellenweise eher aussah, als hätte ich die Dinge von diversen Sperrmüllaktionen nach hause geschleppt. Eine klare Linie gab es damals nicht.

Als dann der Umzug von Hildesheim nach München anstand, gab es nur einen kleinen Sprinter, in welchen nicht wirklich was reinpasste. Daher kam nur das nötigste mit (Bett, Kleiderschrank, TV Rack, Waschmaschine und 2-3 kleinere Regale). Damals fiel es mir nicht leicht mein “Leben” in Möbeln zurück zu lassen, aber ich hatte damals keine Wahl (einen größeren hätte ich mir nicht leisten können). In der neuen Wohnung angekommen gab es daher erst mal viele leere Wände. In den nächsten Wochen wurde erst mal nur das Nötigste gekauft (mein damaliger Partner sah das nicht so eng). Ich hatte kein Verständnis dafür wochenlang auf dem Boden zu sitzen um Fernseh zu schauen. Sicherlich übertreibe ich gerade im Zeitraum, aber mir kam es damals wie eine Ewigkeit vor. Insgesamt war die Wohnung immer recht sparsam eingerichtet, was ich im Nachhinein immer etwas schade fand.

Etwa ein Jahr später hieß es dann wieder allein eine Wohnung suchen. Sie sollte nah am Arbeitsplatz sein (da ich kein Auto hatte) und mit den Öffis schnell zu erreichen sein. Ich fand eine Wohnung kurz vor knapp etwa 500m weiter und habe einige Möbel übernommen, welche er damals gekauft hatte. So musste nur noch das ein oder andere ergänzt werden. Etwa 2 Jahre später musste ich dann aus der Wohnung raus. Ich war damals nur Untermieter und meinem Vermieter wurde gekündigt. Es handelte sich um einen Altbau, welcher so marode war, dass vieles hätte renoviert werden müssen und der Eigentümer wollte es nicht. Ich hatte Schimmel an den Wänden mit Außenkontakt (unter der Teppich beim Auszug roch es auch danach, ebenfalls konnte ich einen Schraubendrehen zwischen Boden und Wand reinstecken) und Krabbeltiere in der Wohnung. Oberflächlich sah man es nicht, aber im nachhinein war es eine gute Sache, dass ich da raus musste. Auch für meine Gesundheit.

 

KücheExpedit hat seinen Platz schon unzählige Male verändert über die Jahre inkl. dem Inhalt

 

In meiner aktuellen Wohnung lebe ich nun schon um die 8 Jahre. Ich hatte damals einen Monat Überschneidung, wo ich für beide Wohnungen Miete zahlte. Hätte ich hier damals nicht schnell genug zugesagt, wäre sie an Jemand anderen gegangen. So hatte ich damals Zeit vieles schon einmal einzurichten und habe fleißig neue Möbel gekauft. IKEA und ich wurden zu besten Freunden. Beim Umzug dann wurde extrem viel einfach im Keller abgestellt und alles andere in den unzähligen Schränken eingeräumt. Dort lag es dann über Jahre und ich habe anscheinend nach dem Motto gelebt, dass wenn man noch Wand sieht, dann kann man da auch ein Möbelstück unterbringen.

Jahrelang hatte ich damit keinerlei Problem. Ältere Möbel wurden ausgetauscht und durch Neue ersetzt. Irgendwann vor 2 1/2 Jahren nervte mich dann einfach alles. Ich konnte den Anblick nicht mehr ertragen. Es war wohl eher eine generelle Unzufriedenheit, welche durch die beengten Möbel und den ganzen überflüssigen Kram begünstigt wurde. So begann damals ein langer Weg, der noch immer nicht beendet ist. Mal geht es monatelang Ohne und dann packt es mich wieder. Was ich in den letzten Jahr alles an Möbelstücken abgebaut habe und in den Keller getragen habe kann ich gar nicht mehr zählen. Deshalb gleicht mein Keller aktuell auch eher einer Rumpelkammer. Diesem Problem werde ich mich zeitnah mal annehmen müssen.

Was ich in letzter Zeit alles verschenkt habe, verkauft habe, entsorgt habe oder noch immer in Schränken finde, macht mich manchmal fertig. Ich hätte mich niemals als Messi bezeichnet, aber woher kam denn das ganze überflüssige Zeug? Warum habe ich bei jedem Umzug denn so viel Scheiß wieder mitgenommen? Ich mag mal behaupten, dass sich in den letzten Jahren gewaltig was an meiner Grundeinstellung verändert hat. Dieses zeigt sich einfach auch daran, dass ich auf viele materielle Dinge keinen Wert mehr lege. Vor allem auf die Dinge, welche nur Platz wegnehmen und Staub ansetzen. Ich brauche keinen Cakepop Maker oder 50 Einzeltassen. Genauso wenig brauche ich das 8te Monitorkabel und unzählige leere Boxen, worin ich nur weiteren Kram unterbringen kann. Man sollte meinen, dass ich doch irgendwann mal nichts mehr finden würde, aber so wie es ausschaut, werde ich noch viele Monate damit beschäftig sein. Allerdings fühlt es sich jedes Mal ein kleines bisschen besser an. Ich nenne es einfach mal die Selbstfindungsphase, welche mir einfach gezeigt hat, worauf es mir ankommt. Dieses wirkt sich eben auch auf den Inhalt meiner Wohnung aus. Schließlich verbringe ich hier eine ganze Menge Zeit und will mich so wohl darin finden, wie es nur möglich ist. Viele kleine Dinge, die an meiner Grundhaltung etwas geändert haben (Sport gehört ja auch dazu). Ich finde es super 🙂

Damit dieser Roman irgendwann mal ein Ende findet, komme ich jetzt also wieder zum Anfang zurück und zeige euch nun ein paar Eindrücke davon, was ich am zurückliegenden Wochenende so alles verändert habe.

 

Küche

 

Hier hätten wir einen Eindruck aus meiner Küche. Dort wo jetzt das 3 stöckige Holzregel steht (habe ich letztes Jahr bei Butler gekauft), stand vorher die Pflanze. Jetzt, wo es wieder etwas wärmer wird, erschien mir der Platz direkt untern Dachfenster nicht optimal. Meine Gewürzpflanzen sind da etwas robuster und nehmen vor allem auch nicht so viel Platz ein, dass sie immer darunter stehen. Dort wo jetzt die Pflanze steht, stand vorher der weiße Schrank. Also nur etwas weiter vorn, so dass zur Wand hin mehr Platz war. In der Lücke stand vorher das Holzregal. Alles was irgendwo drauf stand, wurde auch gleich neu angeordnet. Ich habe also einfach alles etwas anders angeordnet uns schon wirkt es gleich so, als hätte ich etwas mehr Platz. Ziel erreicht 🙂 Ein paar Dinge wurden dabei gleich entsorgt, die vorher nur rumstanden und Staub angesammelt hatten. Es dürfte ungefähr ein 35L Beutel dabei rum gekommen sein.

 

Bad

 

Das schmale CD / DVD stand vorher im Bad und werde ich die Tage abbauen. Es stand vorher im Bad (direkt links neben der Tür) und hat dort fast 3 Jahre meine Gesichtspflege und Haarpflegeprodukte (die ich verwende) beheimatet. Ungefähr erahnen könnt ihr dieses in diesem älteren Post. Meine kleine Musikanlage stand zuletzt direkt auf dem Spiegelschrank, was mir nicht gefallen hat. Sie ist jetzt wieder umgezogen auf die Waschmaschine. Kein perfekter Platz, aber immerhin komme ich so ans CD Fach heran. Dort wo ihr jetzt den Stuhl seht, stand bis vor kurzem noch der 9 Schubladen-Alex. Ich finde so eine Sitzgelegenheit für spontane Schwächeanfälle (oder Momente der Zeitverschwendung) ist dort viel besser aufgehoben. Ich bekomme zwar nicht viel Besuch (der mehr Platz als das Sofa benötigt), aber so habe ich schon mal einen Ersatzstuhl in der Nähe 🙂

 

Flur

 

Im Flur habe ich ebenfalls etwas Plätzetausch gespielt. Der 6 Schubladen Alex stand vorher auf der rechten Seite an der Wand. Während der dunklere Schrank auf der linken Seite stand. Beide habe ich getauscht und dann den 9 Schubladen Alex mit ins Eck gestellt. Zwei der Gewürzregale (von IKEA) habe ich rechts abgebaut und links wieder angeschraubt. Über dem 6 Schubladen Alex sind jetzt meine Parfums und über dem 9 Schubladen Alex meine Masken und Sonnenschutz untergebracht. Mein Alltagsmakeup habe ich aus dem Bad raus geholt (zuletzt stand es auf der Heizung, weils es unter dem Dachfenster zu warm wurde und hell ist) und auf den 9 Schubladen Alex gestellt. So muss ich jetzt morgens die Dinge mit ins Bad nehmen, aber da die Distanz überschaubar ist, sollte das machbar sein 🙂

 



Ich hoffe an dieser Stelle, dass der lange Roman für euch von Interesse war. Mir macht es aktuell viel Spaß Dinge neu anzuordnen und mich vom Ballast zu befreien. Es fühlt sich so gut an. Wenn ihr bezüglich meiner Einrichtung und Aufbewahrung mehr sehen wollt, dann lasst es mich wissen und ich gehe näher darauf ein. Wie schaut es bei euch aus? Verschiebt ihr auch gern mal Möbel oder ändert ihr nichts mehr, sobald ein Möbelstück einmal steht?

 

8 Kommentare

  1. Das war sehr interessant zu lesen 🙂 Ich würde gern öfter Möbel rücken, aber meine Möglichkeiten dafür sind begrenzt, da mein Wohnraum recht verwinkelt ist und ich im Schlafzimmer eine Dachschräge habe (die ich liebe). Ich denke, ich habe, was die Aufteilung der Möbel angeht, das Optimum rausgeholt, so dass es auch noch gemütlich ist und nicht vollgestellt wirkt, denn das mag ich nicht.

    Die Horterei von irgendwelchen Sachen ist allerdings auch bei mir ein wunder Punkt. Ich trenne mich ungern von Dingen: Sie könnten ja irgendwann nochmal gebraucht werden. Erfahrungsgemäß wird das Wenigste davon gebraucht. Auch habe ich jahrelang Zeitschriften im Abo gehabt und sie immer nur durchgeblättert (schön blöd), weil ich sie dann gemütlich lesen ein anderes Mal wollte, ha ja…jahrelang 🙂 3 hohe Zeitschriftentürme wollen abgebaut werden…wenn ich im Laden doch mal wieder ein Magazin sehe, was mich interessiert, denke ich nur an meine Türme und die Entscheidung wird mir leicht gemacht ^^. Ich finde es gut, dass Du auch so einiges verändert hast..auch mir bedeuten materielle Dinge nicht mehr wirklich viel; ich hänge eher an Gegenständen, die eine persönliche Bedeutung haben, der Wert ist mir dabei völlig egal.

    Schreib gern mal wieder über Deine Entwicklungen, ich finde solche Posts immer inspirierend, selbst mal seine Problematiken zu überdenken. LG

    1. Ich glaube ja auch immer, dass es sich nicht mehr anders stellen und lässt und dann habe ich da diese Eingebung 🙂 Untern Dach ist es allerdings ein erhöhter Schwierigkeitsgrad.
      Was ich so fasziniert finde ist, dass ich nichts von dem vermisse (ok, die Knoblauchpresse hätte ich doch brauchen können 😉 ) was ich in den letzten Jahren alles entsorgt habe. Dieses „irgendwann“ tritt ja doch eher nie ein und warum darauf warten. Dafür habe ich lieber Platz im Schrank. Mal schauen, ob ich irgendwann mal wirklich fertig bin. Ich glaube ja, dass es mich immer verfolgen wird, da man seine Sichtweise immer wieder ändernt.

      1. Ähm, meine Knoblauchpresse liegt seit ungefähr 3 Jahren ungenutzt in der Schublade ^^ – ich schneide ihn mittlerweile nur noch, der gepresste ist mir dann doch meist zu intensiv im Geschmack.

  2. Ich muss mich leider Muddelchen anschließen – man könnte die Dinge ja irgendwann noch einmal brauchen. Manchmal gelingt es mir, viele unnötige Dinge auf einmal wegzuwerfen, gerade alte Zeitschriften und so, die man irgendwann später mal gemütlich lesen wollte. Dafür sammeln sich aber kurze Zeit später schon wieder neue^^

    LG Binara

      1. Bin gerade auf den Post gestoßen. Bin gerade in einer ähnlichen Phase. Ich ziehe in sechs Wochen um und habe schon mal mit Packen angefangen und miste bei der Gelegenheit gründlich aus. Ich bin regelrecht schockiert, was ich bei meinem letzten Umzug alles an Sachen mitgeschleppt habe, was ich nie gebraucht habe. Im Keller standen sechs große Umzugskartons mit „Kram“ der Marke „Kann man ja vielleicht eventuell mal gebrauchen“. Wenn ich dann aber irgendwas gebraucht habe, von dem ich diffus wusste, dass ich es irgendwo haben müsste (kam zwei oder dreimal vor), habe ich es meist neu gekauft, weil ich es nie und nimmer gefunden hätte. Ich habe das ganze Zeugs sieben Jahre nicht vermisst, hätte die Kisten ohne sie durchzusehen einfach wegwerfen können. Auch Klamotten habe ich aus der alten Wohnung Unmengen mitgeschleppt, von denen schon damals klar war, dass ich sie nie mehr tragen würde. Eine große Umzugskiste ging an die Kleiderkammer und ein großer Müllsack in den Altkleidercontainer.

        Ich will keine Sachen mehr anhäufen, ich will allen Ballast los- und hinter mir lassen. Ich habe das Gefühl, dass mich das ganze angehäufte Gerümpel erstickt. Alles, von dem ich mich trennen kann, empfinde ich als Befreiung. Fühlt sich irgendwie an wie eine Art Häutung.

        Ich will es künfitig minimalistisch und clean. Keine Sachen, die rumstehen und im Weg sind.

        1. Das schlimme an der Sache ist, dass Du beim Auspacken immer wieder Sachewn finden wirst, wo Du keine Ahnung hast warum Du sie nicht vorher entsorgt hast .) Es ist manchmal echt befremdlich, wie schnell wir Dinge anhäufen und nie einen wirklichen Bezug dazu entwickeln. Staubfänger zum Großteil. Freut mich zu hören, dass es mir da nicht nur allein so geht. Daher viel Erfolg beim Entrümpeln.

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