München

München: Ich glaub, hier bleibe ich

Manchmal kann ich es selber kaum glauben, aber es sind jetzt schon 13 Jahre, die ich mich für meine neue Wahlheimat München entschieden habe. Daher dachte ich mir, dass es überfällig ist mal einen Rückblick auf die Zeit davor zu werfen und euch ein paar Einblicke in meine Jugend zu geben. Ist sicherlich (und hoffentlich) für den Ein- oder Anderen von euch von Interesse. Und was mir an München so gefällt, werde ich euch auch verraten. Daher viel Spaß beim Lesen.

 

München


Aufgewachsen bin ich im Ostharz. 17 Jahre meines Lebens habe ich in einem kleinen Dorf (um die 1000 Einwohner damals) verbracht, wo jeder jeden kannte (mit all seinen Vor- und Nachteilen) und der Nachbar stets wußte, wann man das Haus verlassen hat (und mit wem) und wann man wieder heim kam. Zumindest fühlte es sich oft so an. Die nächste größere Stadt war Wernigerode, was eventuell dem Ein – oder Anderen etwas sagen dürfte. Ich habe es als Kind genossen einfach stundenlang verschwinden zu können, ohne dass sich Jemand Sorgen macht. Ich war aktiv am Buden bauen und habe mir damals die ein oder andere Narbe zugezogen. Auch habe ich mir mein Taschengeld oft damit verdient, dass ich Bucheckern sammeln war und beim Förster abgegeben habe. Es war sicherlich nicht alles perfekt, aber ich kann mich nicht beschweren.

Als Jugendlicher sah das ganze dann schon anders aus. Der Nachteil eines kleinen Dorfes ist, dass man da halt auch nicht einfach so weg kommt. Ein Bus fährt alle paar Stunden mal und bis spät in die Nacht wegbleiben gestaltet sich ebenfalls nicht so einfach. Sagen wir es mal so, irgendwann war die Frustrationskurve groß genug um zu sagen, dass ich da weg will. Eine Großstadt sollte es nicht unbedingt sein, aber ein bisschen mehr Unabhängigkeit erschien mir damals erstrebenswert. Für Touristen mag die Ecke sicherlich sehr hübsch sein, aber als junger Mensch wollte ich noch was anderes als Fachwerk sehen 🙂

 

Wernigerode

 

Wernigerode

 

Nach dem Schulabschluss hatte ich nicht direkt einen Ausbildungsplatz bekommen. So bin ich damals zur Überbrückung aufs Fachgymnasium für Wirtschaft & Informatik gegangen. Im schlimmsten Fall hätte ich drei Jahre später zusätzlich mein Abi gemacht. Parallel habe ich mich dann weiter beworben. So kam es damals zu einem Vorstellungsgespräch bei einem Franchisenehmer von Vobis (na, wer erinnert sich noch an Die) für die Filiale in Wernigerode. Allerdings suchte man dort Jemand mit Berufserfahrung, was ich bis dahin ja noch nicht hatte. Als Option gab es dann eine Filiale in Peine, wo man sich dann für Jemanden mit technischer Erfahrung entschieden hatte. Monate später meldete man sich dann allerdings erneut bei mir mit einem Angebot für eine Filiale in Hildesheim. Ich bin ihnen positiv in Erinnerung geblieben.

So habe ich dann das Fachgymnasium abgebrochen und bin mit meinen 17 Jahren einfach mal weggezogen von daheim mit meinem bisschen Hab und Gut in eine 24m² Wohnung. Zu Beginn bin ich noch jedes Wochenende heim gefahren, allerdings war es einfach irgendwann finanziell nicht mehr drin. Auch erinnere ich mich gern daran zurück, dass mir damals ein PC gestellt wurde, da ich selber kein solches Exemplar besaß. So entstand damals eine innige Freundschaft mit IT, welche bis heute noch andauert. Ich gehöre zu Denjenigen, welche im Jahr 1997 die neuen IT-Berufe gelernt haben und konnte mich dann IT-Systemkauffrau nennen. Danach machte ich dann ein paar Jahre Station bis Media Markt, bis ich jemanden kennenlernte, der sich zum damaligen Zeitpunkt bereits in München beworben hatte, was ich allerdings zu Beginn noch nicht wußte. Nach ein paar Monaten stand dann allerdings zur Wahl die Beziehung zu diesem Punkt zu beenden oder mit nach München zu gehen. So ließ ich also 7 Jahre meines Lebens hinter mir, um nach 3 Monaten Beziehung mit Jemandem quer durch Deutschland zu ziehen und einen gemeinsamen Lebensabschnitt zu beginnen. Hat zwar nicht lange gehalten, aber Veränderung ist ja grundsätzlich nichts Schlechtes und genau das wurde erreicht.

 

München

 

Ich hätte mir nie vorstellen können in eine Großstadt zu ziehen. Menschenmassen und laute Akustik sind einfach nicht Meins (wenn es nicht sehr leise ich, dann kann ich einfach nicht schlafen). Manchmal kommt es eben anders als gedacht und als guten Kompromiss wohnte ich von Anfang an m Stadtrand. So hatte ich einerseits die Nähe zur Stadt (in ca. 15-20 Minuten bin ich mittendrin) und andererseits die Nähe zu Wäldern und vielen Grünflächen. Einsam bin ich hier sicherlich nicht, aber mit ein bisschen weniger Trubel um mich rum fühle ich mich definitiv wohl. Ich bin zwar in all den Jahren bereits 3x umgezogen, bin dabei allerdings in einem Radius von 1000m geblieben. Mir hats halt hier im Eck einfach gut gefallen.

 

München

 

Die ersten Jahre habe ich recht zurückgezogen verbracht und mich ziemlich viel mit mir selbst beschäftigt. Ich trinke keinen Alkohol und bin nicht wirklich Jemand, der gern in Kneipen oder Ähnliches geht. So war es auch eher ein recht enger Radius an Mitmenschen, welchen ich regelmäßig begegnete. Auch fehlte mir in der Anfangszeit das Geld für größere Aktionen, da Umzüge und neues Mobiliar doch einiges kosten.

So hatte ich dann vor nun 7 1/2 Jahren dann spontan die Idee einen eigenen Blog (meinen ersten zumindest) zu erstellen und habe dadurch so viele tolle Menschen über die Jahre kennengelernt, dass ich ohne diese Medium vermutlich noch immer recht einsam daheim sitzen würde (ganz so dramatisch sicherlich nicht, aber nah dran). Der Blog hat mir damals eine Basis geschaffen raus zu kommen und Leute kennenzulernen. Daher bin ich rückwirkend noch immer sehr glück darüber, dass ich jetzt einige tollen Menschen in meinem Leben habe, die mich regelmäßig ertragen und akzeptieren  🙂 Daher an dieser Stelle mal an allgemeines Dankeschön an euch Alle. Ohne euch wäre es ganz schön einsam. Darüber hinaus habe ich seit einiger Zeit auch gemeinsame Interessen mit einer Nachbarin entdeckt (welche schon länger in meiner Nähe wohnt, wir aber irgendwie nicht wirklich viel Kontakt hatten), was mich sehr gefreut hat. Sie wird mich jetzt auch zukünftig zum Zumba Kurs mitschleppen. Schadet nämlich nicht Jemanden zu haben, der sportlich deutlich aktiver ist und mich daher mitschleifen kann 🙂 Ich bin gespannt, wie der Kurs dann werden wird. Eine Stunde Modern Dance hatten wir schon gemeinsam und ich kann sagen, dass das deutlich anstrengender ist, als ich es vermutet hatte.

 

München

 

So schön München auch ist, so teuer ist es hier allerdings auch zu leben. Ich bewundere ja Jeden, welcher versucht von außerhalb nach München zu ziehen. ich bin mir nicht sicher, ob ich das Durchhaltevermögen dafür hätte. Ich bin sehr froh, dass ich meine aktuelle Wohnung damals noch recht einfach bekommen habe. Als mir mein ehemaliger Vermieter letztes Jahr mitteilte, dass er die Wohnung verkaufen würde, bekam ich allerdings doch etwas Panik. Nach viel Überlegung und einer gut überlegten Entscheidung, habe ich die Wohnung dann zu meiner gemacht und damit lässt sich wohl ganz klar sagen, dass ich vorhabe hier noch lange zu bleiben. Zumindest habe ich mich mental darauf eingestellt. Ich mag meinen Job noch immer, die Lage ist für mich perfekt und ich bin noch immer am fertig einrichten (hört ja irgendwie nie wirklich auf oder).

Zum Thema Wohnungskauf und allem drum herum werde ich euch sicherlich in absehbarer Zeit genauer berichten. Für den Moment fühle ich mich wohl wo ich bin und auch wenn nicht jeder Tag perfekt ist, ist es sicherlich Jammern auf hohem Niveau. Ich arbeite noch daran mir das öfter mal klar zu machen 🙂 Was ich allerdings noch immer sträflich gestehen muss ist, dass ich zwar einiges über München weiß, aber noch viel Nachholbedarf habe. Daher werde ich mich definitiv zukünftig mal an ein paar Touristen typischen Dingen versuchen. München hat so viel mehr zu bieten, als ich von der Stadt bisher alles kenne. Daher hoffe ich, dass ich mich dahingehend begleiten werdet. Die Anfänge sind ja gemacht mit meiner München Reihe, wo ich euch einfach mitnehme.

 

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3 Kommentare

  1. Sehr interessant, wie Du nach München gekommen bist, aber ich glaube, ich habe es auf Deinem Hauptblog in einem älteren Beitrag schon mal gelesen. Ich lebe ja mittlerweile schon ewig in Köln, komme aber gebürtig aus dem Münsterland. Ich zog mit 15 hierher und auch für mich war der Sprung von einer kleinen Kreisstadt in die Großstadt gigantisch. Ich kann mich erinnern, dass ich total neugierig auf Mc Donalds war und wir waren auch kaum ein paar Tage hier, wurde das sofort ausprobiert 🙂 Außerdem bin ich in den ersten Wochen in der Straßenbahn schwarz gefahren, da ich nicht wusste, dass man die Fahrkarten auch noch abstempeln muss^^

    In München war ich bisher nur ein einziges Mal – nämlich zum Einkaufen, als wir damals eine Weile in Süddeutschland lebten, das war ja nicht so weit (knapp 2 Autostunden). Ich muss ehrlich sagen, dass mir alles südlich von Köln nicht so behagt, was die Mentalität angeht. Ich bin halt mehr dem Norden verbunden und liebe Hamburg, was auch meiner eigenen Mentalität erheblich näher kommt. Auf Deine weiteren München-Beiträge freue ich mich, denn optisch gefällt mir die Stadt sehr gut und auch die Berge haben ohne Frage etwas 🙂 Liebe Grüße

    1. Über die Jahre gab es sicherlich immer mal wieder verschiedene Beiträge, wo ich ein bisschen über mich erzählt habe. Daher definitiv wahrscheinlich 🙂
      Mit 15 umzuziehen, stelle ich mir definitiv nicht einfach vor. Ich vermute, dass Du es damals mit der Familie gemacht hast oder bist Du allein nach Köln gezogen? Man muss sich erst mal an die Geflogenheiten gewöhnen, daher nachvollziehbar, dass Du so ein kleines Detail übersehen hast 😉
      Ich habe mich in Hildesheim nie wirklich wohl gefühlt und dafür in München umso mehr (auch wenn ich Hamburg immer toll fand). München habe ich immer als sehr offene Stadt erlebt, aber jeder fühlt sich halt woanders daheim, was auch gut so ist.

  2. Danke für Deine Rückmeldung 🙂 Das war auch nicht einfach. Es waren eigentlich die letzten wichtigen Schuljahre (Klasse 9 und 10 Realschule), die ich hier in Köln absolvieren musste, trotzdem, in der Schule findet man ja noch relativ schnell Kontakt und so war es auch, die Vorteilen überwogen einfach, auch später von den beruflichen Möglichkeiten her. Ich zog mit der Familie nach Köln; meine Mutter war seinerzeit schon länger geschieden und lernte in einer Kur ihren späteren Lebensgefährten kennen, der aus Köln kam 🙂 Er schenkte mir damals zum Einzug eine Schallplatte (sowas hatte man ja früher noch, haha) mit Musik von der bekannten Kölner Gruppe Black Föös – sie singen im Dialekt, also Kölsch und es lag der Songtext dabei, damit ich schon mal gleich üben konnte^^.

    Im Ofen ist übrigens gerade wieder Quarauflauf: Dieses Mal tatsächlich mit Butterkeksen und TK-Erdbeeren gepimpt – habe ihn für morgen und übermorgen schon mal vorbereitet und bin gespannt, wie er schmecken wird. Ich glaube, warm würde ich ihn nicht so mögen, gut durchgekühlt ist er perfekt 🙂 Schönen Sonntag Dir und einen guten Start morgen! Liebe Grüße

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