Fahrrad

Vorteile eines Fahrrads

In meiner Jugend hatte ich immer ein Fahrrad besessen. Ich kenne kein anderes Verkehrsmittel, was mich häufiger von A nach B gebracht hat. Dann zog ich irgendwann von zuhause aus und das Fahrrad blieb zurück. Es hat knapp 20 Jahre gedauert, bis ich wieder in Besitz von einem Fahrrad bin und bereue meinen Kauf im letzten Jahr kein bisschen. Solltet ihr noch am überlegen sein, ob sich eine Anschaffung lohnt, kann ich euch heute vielleicht etwas Motivation geben. Danach fällt euch diese Entscheidung eventuell etwas leichter.

 

Fahrrad

 

Grundausstattung

Logischer weise ein passendes Fahrrad. Ich habe mich auf Google schlau gemacht, welche lokalen Fahrradhändler es gibt. Entsprechend der Bewertungen habe ich die Suche dann eingeschränkt. Dabei habe ich darauf geachtet, dass der Händler möglichst nur so weit entfernt war, dass ich mir direkt eine Fahrt nach hause zutrauen würde. Meine größte Sorge war, dass ich umfalle 🙂 Zum Glück war diese Sorge völlig unbegründet. Es gibt Dinge, da würde ich immer empfehlen lokal zu kaufen und ein Fahrrad gehört für mich dazu. Eine gute Beratung ist mir sehr wichtig gewesen und vor allem wollte ich das Objekt meiner Begierde auch vor Ort ausprobieren wollen.

Beim Händler angekommen, habe ich mich erst Mal etwas umgeschaut, bis der Mitarbeiter mit dem Kunden zuvor fertig war. Ich hatte mir ein Preislimit gesetzt und die ersten Fahrräder die ich sah, waren deutlich teurer. Erfreulicherweise gab es etwas weiter hinter noch einiges in meiner Preisklasse. Meine Beschreibung lautete wie folgt: Ich möchte ein Fahrrad was gleichermaßen auf Waldboden oder Beton funktioniert. Die Reifen sollten daher auch diverse kleine Steinchen überstehen, ohne dass ich riskieren würde den Reifen zu beschädigen.

Dann hieß es noch ein paar Runden auf dem Hof fahren. Die ersten Runden waren verdammt wackelig und ich befürchtete schon, dass ich auf dem Boden landen würde. Zum Glück kam ich unbeschadet wieder vorm Laden an. Zuletzt hieß es noch sich für ein Bremssystem zu entscheiden. Ich habe mich nach eingehender Beratung für Scheibenbremsen entschieden (langfristig für mich die bessere Wahl, man muss sie zwar etwas einfahren, aber dann sind sie top und sollten sie mal ausgetauscht werden müsse, dann kostet es kein Vermögen).

Im Anschluß hieß es sich noch für ein Fahrradschloß und einen passenden Helm zu entscheiden. Nach Bezahlung stieg ich nach fast 20 Jahren dann das erste Mal wieder auf ein Fahrrad (die Proberunden mal außen vor gelassen) und machte mich auf den Weg nach hause. Es hat richtig Spaß gemacht 🙂

 

 

Transport

Dass ich mir eine Alternative zu meiner Handtasche überlegen musste wurde schnell klar. Über die Schulter getragen verrutsche sie ständig und war im Weg. Auf dem Gepäckträger eingeklemmt war mir das ganze allerdings zu unsicher. Also musste ich mir Gedanken dahingehend machen, wie ich dieses Problem angehen würde. Bei Kauf hatte ich mich zunächst dagegen entschieden einen Korb zu kaufen und habe diese Entscheidung schnell bereut (zumal mit 14€ es jetzt auch nicht unbedingt so teuer gewesen wäre). Mag zwar nicht besonders sexy aussehen, hat allerdings seine Vorteile:

  • abnehmbarer Korb ermöglich ihn gleichzeitig als Einkaufskorb zu verwenden – so wisst ihr gleich wie viel rein passt
  • unhandliche Dinge lassen sich so vom Platzbedarf her besser einschätzen – Blumenkauf im Baumarkt geht so viel schneller
  • Lebensmitteleinkäufe vorher am besten noch in einen Beutel packen und ihr könnt ihn 1:1 in den Korb stellen
  • wenn ihr ihn nicht braucht, dann nehmt ihn einfach ab und parkt ihn irgendwo

Darüber hinaus habe ich mir noch einen Rucksack besorgt. Meiner stammt von Deichmann und hat unten einen rechteckigen Bereich, auf welchem er stabil steht und auch die Öffnung ist verstärkt. Darüber hinaus hat er noch verschiedene Fächer, wo sich Dinge praktisch unterbringen lassen. Nach vielen Monaten regelmäßiger Benutzung zeigt er bereits leichte Abnutzungserscheinungen. Für knapp 20€ völlig in Ordnung. Ich stopfe ihn nämlich regelmäßig echt voll 🙂

  • zusätzlich zu einem Korb habt ihr hier noch einmal Platz
  • lässt sich problemlos im Korb ablegen, so dass das Gewicht nicht auf dem Rücken lastet
  • sensible Dinge bewahre ich im Rucksack auf
  • macht sich auch gut an den Tagen, wo ich nicht mit dem Fahrrad unterwegs bin

 

Vorteile eines Fahrrads (1)

 

Vorteile eines Fahrrads

 

Vorteile

  • bin deutlich flexibler geworden, mal schnell irgendwo hin fahren ist kein Problem mehr
  • keine Planung mehr wann welche Bus wohin fährt und wann ich wann umsteigen muss
  • für eine Fahr zum dm habe ich mit dem Bus 1 1/2h von der Haustür bis zurück benötigt, jetzt sind es 30 Minuten
  • fast jeden Tag habe ich zur Arbeit und zurück eine kleine Sporteinheit (insgesamt 2x 3,5km)
  • ich habe meine Umgebung noch einmal ganz anders kennengelernt
  • Obi und ich sind nun beste Freunde geworden, so oft wie ich dort vorbei schau 🙂
  • bei den meisten Einkäufen gebe ich jetzt viel weniger Geld aus (ich muss nicht mehr planen was ich brauche sondern kaufe es wenn notwendig)
  • auch sehr schwere und unhandliche Dinge kann ich nun transportieren (wenn ich auch teilweise schieben muss, aber alles ist besser als tragen)
  • es macht einfach Spaß drauf los zu fahren und nur eine ungefähre Vorstellung von der Richtung zu haben

 

Nachteile

  • ich bin vom Wetter abhängig (ich besitze zwar ein Cape, aber ist dann doch ganz schön unpraktisch)
  • im Winter ist es leider bei gefrorenem Boden nicht ungefährlich
  • Fußgänger sind ziemlich oft planlos und ich muss für sie mitdenken (seitdem habe ich einen ganz anderen Blickwinkel)
  • andere Fahrradfahrer können ganz schön rücksichtslos sein beim Überholen
  • Autofahrer denken nicht immer mit und sind oft sehr unachtsam

 



Ich bereue meinen Fahrradkauf kein bisschen. Da ich kein Auto besitze, sind manche Einkäufe nur sehr schwierig zu bewerkstelligen gewesen. Auch wenn ich viel Buslinien in der Nähe habe, dauerte es doch immer eine Weile, bis ich wieder daheim war. Mein Rücken ist seitdem auch deutlich glücklicher 🙂 Ich bin viel flexibler dahingehend, was ich wo besorgen kann. Die Vorteile eines Fahrrads sind für mich einfach so offensichtlich, dass ich mich immer wieder selbst darüber wundere, warum ich so lange gewartet habe mir Eines zu kaufen. Wie schaut es bei euch aus? Besitzt ihr ebenfalls ein Fahrrad?

 

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7 Kommentare

  1. Ich habe heute auch unsere Fahrräder aus der Durchsicht geholt und freue mich schon, wenn ich wieder fahren kann. Derzeit ist es mir aber noch zu kalt – früh und abends sollten es schon so etwas um die 10 Grad sein (jaaaa, ich weiß, man kann auch bei Kälte fahren…). Durch das Radfahren bin ich auch auf einen Rucksack umgestiegen und weil ich auch nicht jeden Tag von Rucksack auf Tasche wechseln möchte, habe ich mir ein schickes Teil geholt, mit dem ich mich auch ohne Fahrrad wohl fühle – der Dakine Milly mit Punkten ist meine Wahl… <3 Und Helm ist natürlich Pflicht! Und ja, man kann seinen halben Hausstand auf dem Rad transportieren – vorne ein Korb, hinten einen (großen) Korb und dann der Rucksack…

    1. Bist Du also eine kleine Frostbeule 🙂 Bei Minus 3 Grad bin ich problemlos mit dem Fahrrad gefahren. Solange die Wege frei sind, ist es alles eine Frage der Kleidung. Allerdings bin ich dann langsamer, da ich sonst zum Pandabär werde. Meine Augen tränen nämlich sehr schnell.
      Die Rucksackmarke Dakine Milly habe ich flugs mal gegoogelt und kann durchaus nachvollziehen, dass Du Dich dafür entschieden hast.
      Helm war für mich auch selbstverständlich. Nachdem ich letztes Jahr einen Sturz hatte, weiß ich wie schnell es gehen kann und schüttele manchmal den Kopf darüber, wie viele Ohne unterwegs sind.
      Manche Leute scheinen tatsächlich ihren gefühlten hausstand zu transportieren auf dem Fahrrad 🙂

  2. Moin Moin,
    ich habe ein zweigespaltenes Verhältnis zum Fahrrad. Früher, zur Schulzeit, mußte ich damit immer gleich morgens 3 Kilometer zur Schule fahren. Ich bin absolut kein Morgenmensch und habe dann schnell innerlich all meinen Groll auf das Fahrrad projiziert. Dann hab ich mir irgendwann ein richtig tolles Fahrrad gekauft und es wurde mir prompt vor der Schule geklaut.
    Jetzt lebe ich in einem Kaff in der Pampa. Nächster Bäcker/einkaufsmöglichkeit ist 8 Kilometer weit weg. Mal eben mit dem Fahrrad fahren ist da (für mich) nicht drin.
    Hab jetzt entdeckt, dass einem meiner zwei Hunde das laufen am Rad richtig Spaß macht (der andere findet es soooo doof das er sich mitten auf die Straße setzt und keinen Deut mehr weiter läuft), Jetzt fahren wir ab und an, wenn das Wetter und die Güllebeschaffenheit der Straße es zulassen unsere 3-6 Kilometer.
    Mein Traumrad ist übrigens ein Retro-Schwinn. hach….

    1. Wenn man die Strecke als Pflicht empfindet, dann kann ich eine gewisse Abneigung durchaus nachvollziehen. Ich komem aus einem kleinen Kaff und allein kam ich ohen fahrrad kaum irgendwo hin. Im Sommer ging es damit immer zum nachbarort ins Schwimmbad.
      Ich persönlich war schon immer früh wach und mag es so unabhängig zu sein. Ich hasse da eher die überfüllte UBahn am Morgen und verfluche die Tage, wo ich nicht mit dem Fahrrad los kann.
      Ich finde es sehr amüsant zu lesen, dass Dein Hund Dich förmlich dazu „zwingt“. ER weiß halt was gut für Dich ist 🙂
      Retro-Schwinn musste ich erst mal bei Google suchen und finde es definitiv hübsch anzuschauen, wäre allerdings im Alltag nicht Meins. Aber Jedem das Seine.

  3. Meines steht tatsächlich auch seit einigen Jahren bei meinen Eltern. So richtig vermisst habe ich es nicht; allerdings besitze ich eben auch ein Auto und die knapp 10 km zur Arbeit wären mit dem Fahrrad – bedingt durch die Verkehrslage – zu gefährlich. Und ich muss zugeben, dass mir Fahrrad Fahren auch noch nie so mega-viel Spaß gemacht hat. Selbst als Studentin bin ich lieber Bus gefahren 😀 Ich überlege aber dennoch, wieder eines anzuschaffen. Einfach weil meine Umweltbilanz so schlecht ist (und die zusätzliche Bewegung gut wäre). ^^

  4. Ohh ich fahre auch sehr gerne Fahrrad , leider bin ich letztes Jahr am Fuß operiert wurden und muss noch etwas warten bis ich wieder fahren darf. Darauf freue ich mich schon , man ist an der frischen Luft , hat Bewegung und ist genauso schnell am Ziel als wie mit dem Bus
    Der Rucksack gefällt mir auch sehr gut , vielen Dank für den tollen Bericht

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